Interviews / Presse

Presseauszüge

  • Georg Ruby VILLAGE ZONE Stephan Goldbach Daniel Weber
  • Georg Ruby Piano Solo
  • Georg Ruby - Michel Pilz
  • Ruby - Pilz - Weber & Brochier / RIMBAUD #4
  • Georg Ruby & JassLab de Cologne
  • Georg Ruby & Blue Art Orchestra
  • Georg Ruby & Wollie Kaiser

Georg Ruby VILLAGE ZONE Stephan Goldbach Daniel Weber

„Der Spielwitz, die kauzige Hintertriebenheit Rubys, der überzeugend die moderne Piano- Literatur zeitgenössischer Musik mit eigenem Duktus verbindet, die melodische Einfühlsamkeit und improvisatorische Flexibilität des gesamten Trios verleihen Village Zone eine Klangnote, die uns staunen lässt.“
Kölner Stadtanzeiger / Martin Woltersdorf

Nur wenige haben sich um den deutschen Jazz so verdient gemacht wie Georg Ruby: als (Mit)Initiator des Kölner Labels JazzHausMusik und der Kölner Stadtgartenkonzerte, als Bigband-Leiter und Jazzprofessor, als Pädagoge und Journalist Und als sei das nicht genug, ist er darüber hinaus auch einer der großen Pianovirtuosen im deutschen Jazz, beseelt von einem erstaunlichen technischen Vermögen und einer unerschöpflichen melodischen Fantasie. … Seine Instant Composings sind freie Improvisationen, die mit geschickt präpariertem Klavier klangliche Verfremdungen einbeziehen. Diese Stücke verfolgen stets einen formalen Zusammenhang, einen konsistenten Spannungsbogen, sind antizipatorisch auf das Ende hin ausgerichtet und in diesem Sinne eben keine freien Improvisationen, sondern tatsächlich Adhoc-Kompositionen vom Feinsten. „Lonely Woman" von Ornette Coleman ist scheinbar einer von Rubys Lieblings-Standards. Hiermit gibt er Einblick in seine musikalischen Denkprozesse. Schon in der Themendarstellung ist das Stück soweit variiert, dass es nicht aufAnhieb erkennbar ist. Was darauf an variativen Veränderungen auftaucht, ist „Durchführungsarbeit“ im klassischen Sinn, ein hochintelligenter, kongenialer Umgang mit dem musikalischen Material. Rubys Komposition „Rubum Allorans“ entwickelt sich aus einem skurrilen Bassmotiv heraus und gibt dann Gelegenheit, mit aberwitziger Technik einen extrem beschleunigten musikalischen Showdown zu entwickeln. Den Kontrapunkt hierzu bildet das unsagbar traurige Münzgeklimper in „Potosi", einem Stück über die menschenzerstörende Silberstadt in Bolivien. Hier schließt sich der Kreis eines sehr inspirierenden Programms.
Jazz Podium / Benno Bartsch / 06.2019
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… Sie werden auch hören, auf welche Weise Georg Ruby, der Chef des Jazzhausmusik-Labels, aus sich herausgehen kann, wie er dies gelegentlich tut, und zeigt, was für ein großartiger Pianist er ist. Bei seinem Trio VILLAGE ZONE geht die Post ab ... Das Klaviertrio ist eine der ausgewogensten Konfigurationen im Jazz, vor allem, weil es weiten, ungenutzten Raum bietet, der sonst oft von Blasinstrumenten besetzt ist. Das Andrew Hill Trio, das Kris Davis Trio - bemerkenswerte Beispiele sind reichlich vorhanden, um Georg Ruby am nächsten zu kommen - von denen das Eric Watson Trio, dessen Musik … fast noch zu zart ist, um für eine angemessene Analogie in Betracht gezogen zu werden. Ruby ist ein geschickter, technisch herausragender Künstler, nicht anders als Taborn. Aber wo Craig Taborn pragmatisch ist, bleibt Ruby, wie ein deutscher Idealist, methodisch und doch metaphysisch. Auch seine "instant composings" sind funktional, gleichzeitig wild und begeisternd, wie im Stück Legrand, bei dem das Trio auf fast schurkische Weise das Set besetzt, wie es bei strukturierten Werken des Jazz selten zu finden ist.
ALL ABOUT JAZZ / Pour Fallah / December 2019

… Als eine „spirituelle kommunikative Allianz“ bezeichnet Georg Ruby seine Band. „Ich brauche Kommunikation mit guten Musikern, die sich nicht unterordnen wollen, in einer Musik, die sie miteinander spielen und die nicht nur einer Musiker komponiert hat“. … Aus so viel künstlerischer Aufgeklärtheit entsteht auf „Saluti a Peppino“ ein eigenwilliger Fluß, der sich auch so manche labyrinthische Wendungen und Verbiegungen leistet. Freie Klangdialoge leiten über zu individuell ausgeformten, ja rezitativischen Momenten. Und es faszinieren die Interaktionen zwischen Rubys mal kraftvoll geradeheraus gespieltem, dann feinsinnig präpariertem Klavier, dem filigranen Bassspiel und einer fantasievoll aufgeladenen Geräuschpoesie de Schlagzeugs.
Jazzthetik / Stefan Pieper / 05.2021

… Georg Ruby versucht im Bereich der impovisierten Musik etwas Neues und sehr Eigenwilliges, indem er Genres mischt und so etwas wie Ironie und Dialektik in seine Musik einfließen läßt. … Er präsentiert eine Musik, die ständig im Fluß ist und vieles zusammenbringt, was sonst, in dunklen Schubladen verstaut, strikt voneinander getrennt wäre: …freie Improvisationsmusik, gepaart mit der Bearbeitung von Standards und Filmmusiken, die Implementierung von Popsongs in manchmal miniaturartiger Kürze, charakterlich klar definiert und mit einer stark verdichteten, prägnanten Aussage. …Gemeinsam mit den beiden pianozentrierten Vorgänger-Produktionen könnte man von einer Trias ähnlich konzipierter CDs sprechen. Adressat der Grüße im CD-Titel ist der italienische Sänger Peppino di Capri. „Saluti a Peppino“ enthält zwei improvisierende Bearbeitungen zweier seiner Hits: „St. Tropez Twist „ und „Le Stelle d’Oro“. Diese beiden Stücke bringen etwas Biographisches und sehr Persönliches ins Programm. … Und - sie strotzen vor Fröhlichkeit und Humor. …
Jazz Podium / Benno Bartsch / 06.2021

Georg Ruby Piano Solo

… Ruby bricht Strukturen auf und experimentiert mit ungewöhnlichen Klangfolgen, ohne dabei gewollt gewitzt oder gar analytisch zu klingen - seine Stücke transportieren vor allem Emotionen. … Wie er aus dem Standard "Autumn Leaves" seine ganz eigene Interpretation mit dem Titel "Lena, Lena" zauberte, war beeindruckend: ein dunkler, sich stetig wiederholender Grundton, über den die Melodie wie eine sanfte Brise hinwegweht, ein an Kraft zunehmende Schauer aus Pianoklängen, die auf den Zuhörer hinunterzufallen schienen, ihn schließlich ganz umhüllten. Ruby umspielte die Versatzstücke von „Autumn Leaves“, variierte Tempo und Dynamik und ließ das Werk einem flackernden Licht gleich unruhig aufleuchten. Faszinierend setzte der Pianist auch den zügellosen Charakter von „Strange Loops“ um, seine vielsilbigen Melodiefragmente, die unablässig fordernd an der Seele zu kratzen schienen, in der Hoffnung, sie werde ihre Geheimnisse preisgeben. Einen Finger legte er beim Spiel auf eine Saite des Pianos, verfremdete den Ton derart, dass hörbar wurde, was zwischen den Saiten liegt - das Hineinhorchen in eine fremde und unwirkliche Dimension. … Georg Rubys Stücke besitzen durchweg Tragweite, sind beseelt von spannungsvoller Schönheit. … Die Klänge schienen zu taumeln, zu fallen, zu rennen, atemlos verfolgt von einer dunklen Macht. … Zum Abschluss gab Ruby eines seiner Lieblingsstücke, Theo Mackebens „Und über uns der Himmel“. Ein Stück, so wehmütig und warm wie ein Sommerwind, der aus längst vergessenen Tagen herweht und das sehnsüchtige Herz noch ein bisschen schwerer macht. …
Kölner Stadtanzeiger / Christian Leinweber / 11.2010
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Georg Rubys Musik bewohnt einen anderen Ort als die der anderen besprochenen Musiker. Er steht immer mit einem Fuß in der Jazztradition, während der andere weit außerhalb steht. Oft präpariert er das Klavier, wie bei den zwei Iterationen von "Prison Song", aber er tut dies auf subtile Weise, seine Rhetorik steckt tief im Blues, während er ihn transformiert, oft bis zur Unkenntlichkeit. Ähnlich verhält es sich mit seiner Interpretation von "Bye Bye Blackbird", wo Fragmente der Melodie und der dazugehörigen Rhythmen allmählich zu Klängen aufblühen, die mit dem Standard verwandt, aber weit davon entfernt sind, und sich erst später in die Melodie verwandeln, wie wir sie kennen. Die Kompositionen huldigen Monks unerwarteten Wendungen und Phrasen und bewegen sich dabei immer am Rande der Zugänglichkeit; das Spiel aller Beteiligten folgt diesem Trend. Rubys Arbeit verkörpert die Jazzhaus-Ästhetik, wenn es eine solche überhaupt gibt.
Cadence Magazin, New York / Larry Hollis / 01.2010

Das alles geschieht mit einer solchen Intensität und Bewusstheit, dass es nach dem letzten Ton des Albums einige Zeit dauert, bis einen Rubys persönliches Songbook wieder freilässt. Ein ungeheuer dichtes und brillantes Album voll von Persönlichkeit, fernab des oft oberflächlichen Musikbetriebs.
Jazzthing / Jazzthing / Falko von Ameln / 11.2008

…dagegen der eröffnende Soloauftritt des Kölner Pianisten Georg Ruby: er lässt sich auf das Thema „Jazz Classics By Today’s Improvisers“ ein, greift in seinem Programm „From Ellington to Coleman“ Standards auf (oft schon verfremdet), zerlegt und variiert sie und improvisiert auf eine so subtile, so phantasievolle Art, dass der Geist der jeweiligen Stücke erhalten bleibt und doch ganz unerhörte Perspektiven und Blickwinkel eröffnet werden. Der intelligente und sinnliche Auftritt Rubys mit einer sonoren, swingenden, treibenden linken und einer glasklar perlenden dynamischen rechten Hand (deren synkopes Hämmern oft an der Klavierpart von Wolfgang Riehms Chiffre-Zyklus erinnert) geriet zum ersten Höhepunkt des Jazzjahres.
Frankfurter Rundschau / Michel Rieth / 01.1989

Georg Ruby hat sich in vielfältiger Weise um die deutsche Jazzszene verdient gemacht – so beispielsweise als Mitgründer des Kölner Stadtgarten, als Geschäftsführer des „JazzHausMusik“-Labels und als Leiter diverser Nachwuchs-Big-Bands. Dass er außerdem zu den herausragenden Jazzpianisten hierzulande gehört, wird da manchmal zu Unrecht übersehen. So weiß Ruby gerade in jenem kreativen Kontext zu überzeugen, in dem die Qualitäten eines Improvisationsmusikers besonders hart auf den Prüfstand gestellt werden: im unbegleiteten Solo. Bei seinem DLF-Konzert am 12.12.2005 im Düsseldorfer Steinway Haus verblüffte der Pianist mit kraftvoller Spieltechnik und großer Improvisationsfantasie. Eigene Kompositionen, aber auch Standards wie „Bye, bye Blackbird“ oder gar Theo Mackebens Filmschlager „Bei Dir war es immer so schön“ gerieten unter Georg Rubys Händen zu feinsinnigen Meisterstücken.
Deutschlandfunk / Harald Rehmann / 12.2005

… Am erstaunlichsten ist Rubys Umgang mit dem Thema von „The Windmills Of Your Mind". Die etwas melancholische Stimmung dieses Stückes hält er konsequent durch, und auch hier gibt es konzentrierte Motivverarbeitung, wobei ihm ein enormer Fundus von musikalischen Materialien aus Geschichte und Gegenwart zur Verfügung steht, aus dem er phantasievoll schöpft. Seine großartige Technik ist nur Mittel zum Zweck und wird nie besonders in den Vordergrund gestellt. - Dies ist „ Instant Composing" vom Allerfeinsten. Ruby spannt große Bögen auf, gibt jedem Stück Struktur und Richtung, die er konsequent verfolgt, und durch seine strenge Materialökonomie bleiben die Zusammenhänge stets präsent. Alles ist abgeleitet, nichts kommt aus dem Nichts. Im zuhörenden Nachvollzug gewinnt man richtig Spaß an diesen Improvisationen.
Jazz Podium / Benno Bartsch / 12.2017
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… Dabei entsteht vor allem in den Improvisationen der Eindruck, ihn fasziniere vor allem das Physische am Spiel, die Bewegung von Fingern, Handgelenk und Armen, die Magie der Klangerzeugung aus der virtuos eingesetzten, rhythmisierten körperlichen Aktivität. So kann er Motive wie einen Wasserlauf über Klippen springen und sich in Strudeln verfangen lassen, aus denen er sie wieder heraus treibt. Oder er schiebt eine Melodie nach vorn, reißt sie durch diepräparierten Saiten auf, setzt ihr dunkles Grollen entgegen, schickt sie in eine Auseinandersetzung, in der sie sich behaupten muss und setzt manchmal auch Schlusspunkte, wo man eigentlich die Fortsetzung eines Gedankens erwarten würde …
Jazz Podium / Werner Stiefele / 10.2017
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… Georg Ruby macht aus jedem Stück, das er spielt, sein eigenes, und wenn einige der darin enthaltenen Gedanken schon anderweitig aufgezeichnet waren, verbindet er sie mit eigenen und mit anderen, ebenfalls schon vorhandenen. Dabei entsteht immer eine sehr eigene, logische, vielfältig determinierte und ungemein präzise Geschichte. … Was Georg Ruby nie tut, ist: eine landläufige Klavier-Solo-Dramaturgie inszenieren. … Er ist in jedem Augenblick mit gleicher Intensität und Aufmerksamkeit in der Musik, sortiert nicht Vorher und Nachher, sondern besteht auf einem kompromisslosen Jetzt.
Jazzthetik / Hans-Jürgen Linke / 01.2018
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… Immer wieder spiegelt sich in ihnen die pure Gegenwart, das musikalische Hier und Jetzt. Mit den Standards – Ornette Coleman, Rubys Kollege Wollie Kaiser, Michel Legrand oder auch Theo Mackeben, der Star der 1920er – mit deren Musik geht er entschieden um, verändert sie eingreifend. Und doch klingt auch in seiner Tonsprache der Stil der Vorlagen mit – in der Harmonik beispielsweise, die sich bisweilen drastisch unterscheidet von Rubys eigenen Klängen. In denen entfaltet er einen enormen Reichtum an Varianten, an durchaus klavier- untypischen Farben. Er präpariert das Klavier mit Tischtennis-Bällen („im Tischtennis war ich mal Jahrgangs-bester“), arbeitet mit Magneten, mit Reitern auf manchen Klaviersaiten, und fügt gelegentlich mit dem elekt-ronischen „E-Bow“ einen weit ausgehaltenen Ton hinzu, der auf dem Klavier so gar nicht möglich wäre. Es ist eine ungewöhnliche Musik, die Georg Ruby vertritt – eine Musik in frappierender Nähe zur bildenden Kunst. … Es ist, als würde Ruby Klangfiguren in einen Rahmen einpassen, als wären sie Teile in einem Mosaik. Musik stellt sich dar wie ein Bild. … Berührungsängste kennt der Musiker Georg Roby nicht. Vielleicht ist das Interessanteste an seinen Improvisationen und Kompo-sitionen, dass sie Fachgrenzen überschreiten und Brücken bauen zwischen den unterschiedlichen Stilen gegenwärtiger Musik.
Trierischer Volksfreund / Martin Möller / 12.2017
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Georg Ruby - Michel Pilz

Michel Pilz – in Bad Neustadt an der Saale geborener Wahl-Luxemburger – war Mitglied von Theo Jörgensmanns internationalem Ensemble „Clarinet Contrast“ und spielte in Peter Brötzmanns „Globe Unity Orchestra“. Bei „Deuxième Bureau” trifft er mit dem Kölner Pianisten Georg Ruby zusammen, einem Meister der freien Form, der mehr das Innenleben seines Instruments bearbeitet als die Tastatur bedient. Kräftiges Zupfen und Zerren an den Saiten kontrastiert dabei komprimierte Tiefenfrequenzen und Tripelzungenspiel. Rubys Klanggestalten, die Resonanzboden und umsponnene Saiten durcheinander rütteln, hallen bei Stücken wie „Lunettes Bifocales“ wie Gongs nach, während Pilz mit chromatischen Linien das Thema vorgibt. Mit dem „Blues Pour Solène“ bekennen sie sich zu ihren Wurzeln, einem Stück, das von Albert Nicholas und Don Ewell gespielt worden sein könnte.
New York City Jazz Report / Ken Waxman / 06.2012

Ruby spielt großartig auf den Saiten, und an einigen Stellen klingt es, als würde er auf einem präparierten Klavier spielen, während er zu anderen Zeiten eindeutig auf einem normalen Klavier spielt. Auf Reprise klingt er fast wie ein Gamelan. Und seine Arbeit auf Lunettes Bifocals ist hervorragend. Pilz ist überall auf seinem Horn, er spielt schöne ruhige Passagen bis hin zu ekstatischen Sounds. … Es ist schön, eine solche Bandbreite des Spiels von zwei klassisch ausgebildeten europäischen Jazzspielern zu hören. Dies ist ein wirklich großartiges Album mit großartigem Spiel von zwei großartigen Musikern, die einander zuhören und gut miteinander arbeiten. …
Cadence Magazine / Bernie Koenig / 08.2012
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Ruby-Pilz-Weber & Brochier / RIMBAUD #4

„Rimbaud #4“ ist und bleibt ein extravagantes Experiment. Es vereint das freie Spiel von Bassklarinettist Michel Pilz, des Pianisten Georg Ruby und des Schlagzeugers Daniel Weber mit der Stimme der französischen Schauspielerin/Sängerin Élodie Brochier. Konsequent wird das Konzept „Instant Composings“ durchgehalten. Mit Ausnahme der Texte des surrealistischen französischen Lyrikers Arthur Rimbaud ist nichts vorgegeben. Alle instrumentalen Interaktionen geschehen spontan – einschließlich der Stimme von Élodie Brochier, die in einigen Titeln instrumental als zusätzliche Klangfarbe eingesetzt wird. … Es entstehen raffinierte Duos von freitonalen Piano-Clustern und Einwürfen mit der Percussion wie in „Morenco“ oder intime Duos der rezitierenden Stimme mit der Bassklarinette in der Rimbaud- Sequence #3 „Alchimie du Verbe“. … Die Musik ist erregend und spannend, klangfarbenreich, intensiv und oftmals geräuschorientiert. Sie zeugt von unbändiger Spielfreude und Humor. In diese kühnen und kraftvollen Spontankompositionen wird die Stimme der Vokalistin nahtlos eingebunden - so in das Spiel der dunklen Bassklarinette, des wild hüpfenden Pianos und der wirbelnden, teils flirrenden Percussion. Die Musik des Trios/Quartetts ist den Texten Lyrik- Meisters Rimbaud ebenbürtig und kreiert eine neue, spontane Form künstlerischen Ausdrucks.
Klaus Mümpfer / Jazz Pages / 05.2016
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Luxembourg JazzMeeting 25. - 27.11.2016: Die Alten haben den Jungen gezeigt, „wo der Barthel den Most holt“. Das Quartett um den gebürtigen Deutschen mit Schweizer Pass, Klarinettist Michel Pilz (Anfang 70), der im Großherzogtum aufgewachsen ist und seit 25 Jahren wieder dort lebt, und dem Kölner Pianisten Georg Ruby (Mitte 60) legte mit seiner Interpretation einiger Arthur-Rimbaud-Gedichte ein lebendiges und erfrischendes Konzert zwischen Abstraktion und Emotion hin, an dem sich die jüngeren Musiker im Kulturzentrum Neumünster messen lassen mussten.
Martin Laurentius / 01.2017

Georg Ruby & JassLab de Cologne

Eine grandiose Hildegard-Knef-Hommage ist dem JassLab de Cologne ("Eins und Eins" / JazzHausMusik JHM 236) gelungen. Die Knef, eine der besten deutschen Chanson-Sängerinnen überhaupt, war gesanglich bekanntlich limitiert. Diese Limitierung in ihr Gegenteil zu verkehren, in eine bisweilen rauschhafte Opulenz zu überführen, sie für ein in jeder Hinsicht grenzenloses Spiel zu öffnen, ist tatsächlich die einzig denkbare Neu-Interpretation, mit der man sich der Knef respektvoll nähern kann. Wunderbar auch der Kunstgriff, den Gesang von Barbara Barth immer wieder leicht hinter die Band zu verschieben oder ihn in die metallische Einsamkeit eines Megaphons zu führen. Klüger und origineller geht es nicht. Ein großer Wurf eines großartigen Ensembles.
Jazz Podium / Volker Doberstein / 2016

… Der glatten Eleganz aus Übersee setzte die Knef durchaus gebrochenes Profil entgegen – unendlich oft die Stimme der gelernten Schauspielerin Knef gewürdigt worden als die einer „Glocke mit Sprung“. Klares, sicheres Strahlen wie jetzt bei Barbara Barth, die Knef neu singt im „Jasslab de Cologne“, war beim Original nicht zu haben. Und Barths überaus elegante Stimmführung (so eindrucksvoll sie ist!) wäre weit weniger interessant, wenn das Jazz- Ensemble um den Pianisten und Arrangeur Georg Ruby nicht so gründlich und grundsätzlich andere Wege beschritte im Umgang mit der Legende namens Knef. Und wenn Knef-Musik hier nicht gerahmt würde mit Meisterwerken aus der Jazz-Nachbarschaft – drei Songs von Cole Porter (dessen Kompositionen die deutsche Hilde ja auch sang) stehen neben drei Klassikern aus dem Knef-Repertoire. …
LIEDERBESTENLISTE / Michael Laages / 3.2016
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Georg Ruby & Blue Art Orchestra

...Ein seltenes Erlebnis an Spannung wurde dem Publikum hier beschert, schon durch die äußerst abwechslungsreichen Improvisationen der einzelnen Solisten im Blue Art Orchestra, allen voran die Sopransaxophonistin Christina Fuchs. Die Zuhörer kamen, vornehmlich durch die vorbildliche Gelöstheit der Arrangements, in den Genuss eines Paradebeispiels moderner Big-Band-Arbeit. Der Versuch, Jazz und moderne Konzertmusik zusammenzuführen, gelang dem Arrangeur Georg Ruby vorbildlich.
Luxemburger Wort / Claude Müller / 10.2011

Georg Ruby hat mit seinem „Blue Art Orchestra“ eine großartige Bigband und das vielleicht beste daran: es ist eine echte "Working Band", was mit einer Bigband gar nicht so leicht zu bewerkstelligen ist. Und nun hat Ruby genau das in seiner neuen Doppel-CD thematisiert. „Sketches of a Working Band“ heißt das Album und es zeigt diese großartige, lebendige Formation auf der Höhe ihres Könnens. Die meisten der Kompositionen stammen von Georg Ruby und Bandmitgliedern wie z.B. der genialen WDR-Jazz-Preisträgerin und Saxophonistin Christina Fuchs. Andere kommen von Freunden und Ehemaligen der Band wie Manfred Schoof, Kenny Wheeler und Maria Schneider. Das Doppel-Album zeigt erstaunliche Kraft, präsentiert ungewöhnliches Material und ist ein erstaunliches Zeugnis veritabler Spielfreude.
Saarländischer Rundfunk / Dr. Peter Kleiß / 04.2012

Georg Ruby & Wollie Kaiser

… Diese Musik hat die Elemente Groove, Swing, Time genauso wie kammermusikalisch- verhaltene, freitonal-abstrakte oder freejazzig-aggressive Passagen verarbeitet sind. Beide Musiker ersetzen oft bewusst Bass und Schlagzeug, sie übernehmen deren Funktion und lassen Sehnsüchte nach einem Quartett gar nicht erst aufkommen. Hinzu kommt eine ausgesprochen abwechslungsreiche, ja fast getüftelte Instrumentierung. So hört man außer der gängigen Saxophon-, auch die Klarinettenfamilie inklusive Bassklarinette und Kontrabassklarinette. Nach Anhören dieser Musik stellt sich mir die Eingangsfrage anders: warum spielen Musiker eigentlich im Trio oder Quartett!?
Joachim Ullrich / 2004
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...aber selbst in den leidenschaftlichsten Momenten (wenn sich Ruby die 88 vornimmt und/oder Kaiser die klanglichen Extreme seines Horns ausreizt), überwiegt ein eisiger, zerebraler Glanz, der auf den übergeordneten Sinn des Duos für (Bedürfnis nach?) Kontrolle hinweist. Bis zu einem gewissen Grad verflacht dies ihren Ausdruck, obwohl die Reife ihrer Kompositionen und die organische Art und Weise, in der das improvisierte Material innerhalb dieser Parameter platziert ist (ganz zu schweigen von seiner allgemeinen Anmut), für ein substanzielles Hörerlebnis sorgen.
Cadence Magazin / New York / Milos Fine / 05.2002